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Studienprogramm Kulturwissenschaften (KuWi)

Rembrandt und seine Zeit, oder: wie erzählt man Kunstgeschichten?
[Knecht]

ÄBuG Modul ÄT / ÄBuG Modul Wahlpflicht
ÄBuG, KuWi, GS

Vorlesung mit Seminarcharakter (2 SWS)

So, 11:00-15:00 c.t. (Vorlesung 11:00-13:00 c.t. / Seminar 13:00-15:00 c.t.)
Termine: 15.10., 29.10., 12.11., 26.11., 10.12., 07.01., 21.01.

Raum 1610-110

Die Vorlesung erarbeitet einen Überblick über die formalen und ästhetischen Mittel, Gegenstände und Themen im Werk des Rembrandt van Rijn (1606-69), der als bedeutendster Künstler des ›Goldenen Zeitalters‹ in der niederländischen Malerei gilt und zugleich als unzeitgemäßer, eigenwilliger Außenseiter und Avantgardist, der mit dem Stilbegriff seiner Zeit, dem Barock, kaum zu greifen ist. Dabei lassen sich an Rembrandts Werk und Werdegang viele grundsätzliche und weiterhin aktuelle Fragen des Künstlerseins exemplarisch studieren: Wie entwickelt man relevante Sujets, eigene künstlerische Ausdrucksmittel, einen Stil, der zur Marke wird? Welche Rolle spielt dabei das handwerkliche Können? Wie findet und besetzt man eine Nische auf dem Kunstmarkt? Wie verhält man sich zu Kunden und Händlern? Wie organisiert man ein Atelier? Und welche Fehler sollte man besser vermeiden? Rembrandts Vorbilder spielen dabei ebenso eine Rolle wie der zeitgeschichtliche, politische und religiöse Kontext des 17. Jahrhunderts und die durch Anekdoten und Mythen verstellte Rezeptions- und Forschungsgeschichte. Darüber hinaus nimmt die Vorlesung Rembrandt zum Ausgangspunkt theoretischer Reflexionen über die methodischen Herangehensweisen und Erkenntniswerkzeuge der Kunstgeschichte vom 19. Jahrhundert bis zur Postmoderne und versteht sich damit auch als allgemeine Einführung in Betrachtungsmöglichkeiten altmeisterlicher Bildkünste.

Rembrandt im Kontext – Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts

In Anlehnung an die Vorlesung werden im Seminar einzelne Werkgruppen Rembrandts vertiefend gemeinsam betrachtet. Zudem sollen die sich in dieser Zeit verstärkt herausbildenden Einzelgattungen der Malerei – Stilleben, Genre und Landschaft – anhand wesentlicher Vertreter vorgestellt werden, zu denen auch die Vorbilder, Zeitgenossen, Konkurrenten und Schüler Rembrandts gehören, darunter Peter Paul Rubens, Jan Vermeer, Salomon Ruysdael, Frans Hals oder Gerrit Dou. – Das Seminar sollte nur im Zusammenhang mit der Vorlesung besucht werden.
 

Nah am Werk – Umgang mit Originalen in Bildungsprozessen
[Bube]

Modul SoPäd BA 2.2 / Modul BW PF 2.5 / Modul BW KM 3.1 / ÄBuG Modul ÄT / ÄBuG Modul Wahlpflicht
BA SoPäd, MA BW, ÄBuG, KuWi
Seminar (2 SWS) / (3 LP)
Teilnehmer/innenbegrenzung: 15

Fr, 10:00-14:00 Uhr
Termine: 27.10., 03.11., 17.11., 24.11., 01.12., 08.12. und 15.12.2017
Raum: 1610-110 / Sprengel Museum Hannover/ HAWK Hildesheim (03.11.2017)

Was vermitteln Kunstwerke? Was ist zu sehen und wie zeigt es sich uns? Kunstwerke in ihren Wirkungen und Bedeutungen aktiv sehend und handelnd zu untersuchen, ist Basis der sinnlich-reflexiven und ästhetisch-praktischen Auseinandersetzung im Seminar. Konkret vor Originalen im Sprengel Museum Hannover gilt es, die Wahrnehmung zu sensibilisieren, das eigene Sehen und Denken zu fördern und damit gemeinsam an der Ausbildung eines Vermögens der Anschauung zu arbeiten. Im Kontext der Theorie der Ästhetischen Erfahrung und im Sinne wahrnehmungsorientierter Kunstwissenschaft und Kunstvermittlung werden Kunstwerke nicht als Belege für kunstgeschichtliche Begriffsbildungen herangeführt, sondern als Phänomene wahrgenommen, an denen Erfahrungen und Sinn erst gewonnen werden.

In Bezug auf unterschiedliche Zielgruppen und Altersstufen werden wir uns im Seminar mit verschiedenen Zugängen zur Kunst beschäftigen. In der Einübung von Wahrnehmungsweisen, die mehrere gleichberechtigte Sichtweisen zulassen, eröffnet sich insbesondere im Hinblick auf die Diskussion um Diversität und Heterogenität im Bildungskontext die Ausbildung einer Haltung der Offenheit und des Respekts – sowohl in Anerkennung der Vielfalt der Kunst wie auch ihrer unterschiedlichen Rezeptionsweisen.

Zwei Seminartermine finden in Kooperation mit Prof. Dr. Stefan Brée von der HAWK Hildesheim statt.

Literatur wird im Seminar bekannt gegeben

Grundsätzliche Überlegungen zum Spannungsfeld von Kunst und Therapie
[Koethen]  

Modul SoPäd MA 2.1 / Modul BW PF 2.5 / ÄBuG Modul ÄT / ÄBuG Modul Wahlpflicht
MEd Lehramt SoPäd, MA BW, ÄBuG, KuWi
Seminar (2 SWS) / (3 LP)

Do, wöchentl. 12:00-14:00; erster Termin: 26.10.2017
Sonderveranstaltung: 25.10.2017, ab 18:00
Kompakt-Termin: 27.10.2017, 14:00-22:00 (Filmvorführung am IGK ab 20:00)
Raum: 1610-008, 1610-110

In der Veranstaltung werden sowohl Begrifflichkeiten als auch ästhetisch-künstlerische Erfahrungsprozesse befragt und untersucht, um das oben genannte Spannungsfeld genauer zu umreißen. Nach dem allgemeinen Semesterauftakt in Form einer Gasteinladung (mit Vortrag und Performance am 25.10.) beginnt die erste Seminarsitzung mit einer Bezugnahme der dort vorgestellten „regenerativen Ästhetik“ auf unser Thema. Daran schließt sich ein spezieller Rückblick auf die Documenta an sowie eine Übersicht über die weitere Semesterplanung. Am nächsten Tag (27.10) folgt einmalig ein kompakter Seminarblock, zu dem 4 ehemalige Studierende eingeladen wurden, die im kunst-therapeutischen Zwischenraum tätig sind und aus ihrer jeweiligen Perspektive berichten können. Dieser konzentrierte Auftakt sorgt für einen lebendigen Diskurs und gleichzeitig für eine Fortsetzung der bereits im vergangenen SoSe reflektierten Verknüpfungen zwischen „Verletzung und Heilung“. Über künstlerische Verarbeitungen traumatischer Erfahrung und „befähigende Verletzungen“ (Gayatri Chakravorty Spivak) geht es im fortgeschrittenen Verlauf um grundlegende Differenzierungen im Wortgebrauch von Anerkennung, Resonanz und Handlungsmacht. Wie „behindernde Performative“ in „bereichernde Performanz“ zu verwandeln sind, lässt sich in den Künsten exemplarisch studieren und analysieren. Anhand beispielhafter Äußerungen und Exponate wird auch der Umgang mit Autismus in Bildender Kunst, Literatur und Philosophie thematisiert.