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Do (not) press – Sofortbildfotografie in Alltag, Kunst und Wissenschaft: Grenzverläufe ästhetischer Praktiken

Polaroid Land Kamera Model 80A – Highlander (1957-59) und Werbebroschüre Minute Magic

Abstract

Auf der Grundlage einer materialhaltigen Zusammenstellung von Bild- und Textdokumenten werden Grenzverläufe ästhetischer Praxen der Sofortbildfotografie zwischen Alltag, Kunst und Wissenschaft in ihren spezifischen Ausrichtungen sowie deren Wechselwirkungen nachgezeichnet, die – als Intersection of Science and Art verstanden – dem historischen Kontext der Erfindung und Weiterentwicklung der analogen Instant Photography um Edwin H. Land entstammen und bis zur gegenwärtigen Wiederbelebung durch das Impossible Project reichen. Relativ früh in der Firmengeschichte von Polaroid kreuzen sich Kunst und Wissenschaft im Anwendungsbereich der Produktentwicklung, so dass derartige Austauschprozesse schließlich zu kreativen Verfahren und Techniken führen, die durch ökonomische Verwertung auch Eingang in fotografische Alltagspraktiken finden. Dabei werden ästhetische Konventionen von einer Ortho-Fotografie zu einer Lust an unvorhersehbarer Abweichung verschoben, die – paradoxerweise – wiederum durch technisch orientierte Anleitungen gefügig und anwendbar gemacht wird. Diese Normalisierung der Abweichung stellt gleichermaßen die Chance für die Reamination des polaroiden Sofortbildes dar, wie sie für eine ästhetisch-kreative Praxis die Frage nach der prinzipiellen Möglichkeit einer Gegenbewegung aufwirft, deren Potential bislang gerade in der Abweichung begründet lag.