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Gertrud Schrader: Materialität digital – alles programmiert? Überlegungen zur Wirkmacht digitaler Technologien

Programmierungen bezeichnen im engeren Sinn die Erstellung von Computersoftware basierend auf mathematischen Algorithmen. Im Kontext der zunehmenden Digitalisierung in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen erhalten sie eine Lebenswirklichkeiten prägende Relevanz. So zeigen sich Vorstellungen von all umfassender Programmierbarkeit beispielsweise wenn Bioingenieure wie Ron Weiss daran forschen organisches Material umzuprogrammieren oder mittels Programmierung neu entstehen zu lassen (siehe: „Mit Apps gegen Kranke Zellen“, S. Karrenberg, Tagesspiegel vom 9.2.2018). Doch nicht ausschließlich an biologischen Körpern wird deutlich, dass ein Dualismus von einerseits mathematischer Berechnung und andererseits Materialität nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Im 3D Druck wird eine Verwobenheit aus Materialität und Programm besonders evident. In meinem Vortrag werde ich zunächst im Rückgriff auf Joseph Weizenbaum gesellschaftliche Implikationen der Interaktionen von Subjekten und technologischen Artefakten darlegen, um weiter mit Karen Barads Ansatz des agentiellen Realismus und dem von ihr geprägten Begriff der Intra-aktion eine Wirkmächtigkeit von keinesfalls vordiskursiven Materialitäten und ebenso zu kontextualisierenden menschlichen Akteuren hervorzuheben. Vor diesem Hintergrund führen meine Überlegungen zur Wirkmacht digitaler Technologien und zu Fragen nach aktuell machtvollen Dispositiven (Foucault) und möglichen Formen der Auseinandersetzung und Reflexion derselben.

Vortrag gehalten am 07.05.2018 im ARTS CLUB BERLIN im VEREIN BERLINER KÜNSTLER
Schöneberger Ufer 57 10785 Berlin-Mitte